Albert Handelmann
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Alte Heimat Dingelbe

Der Ort Dingelbe liegt ca. 14 km östlich von Hildesheim und wird im Osten vom kleinen Flüsschen Klunkau durchflossen. Als ich in den 50er Jahren in Dingelbe aufwuchs - soweit noch mein Erinnerungsvermögen reicht - hatte Dingelbe ca. 600 Einwohner einschl. der Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands. Einige zogen wieder weg und einige fanden in Dingelbe eine neue Heimat.   Es gab so ungefähr 28 aktive Bauerhöfe, 4 Gasthöfe (ein Gasthof hatte in seinem Saal ein Behelfskino eingerichtet), eine Zuckerfabrik, 3 Metzgereien, 5 Lebensmittelgeschäfte, ein Schreibwarengeschäft mit Fernseher (Public Viewing bei der Fußballweltmeisterscht 1958 in Schweden, 20 Pfennig p. Person), 2 Bäcker, eine Post, 2 Schuster/Sattler, einen Friseur, ein Elektrogeschäft, eine Tankstelle, einen Schneider, einen Kohlen-/Getreide-/Baustoffhandel, eine Kirche, eine Schule, einen Kindergarten, eine Autoreparaturwerkstatt, eine Taxe, 2 Arztpraxen, eine "virtuelle Apotheke" (ein Rezeptkasten wurde 1x täglich durch einen Boten geleert.Nach Rückkehr aus der Apotheke wurden die Medilamernte bis an die Haustür geliefert), 3 Bushaltestellen. Einmal in der Woche stand am Brink ein mobiler Bekleidungswagen. Es gab eine Freiwillige Feuerwehr (Mädchen für Alles in der Zeit), einen Gesangverein und einen noch heute sehr erfolgreichen Sportverein. Weiterhin 2 Schmieden, eine Klempnerei, zwei Stellmachereien (Tischler, Schreiner), einen Obsthof, ein Fotostudio, ein Fuhrunternehmen, einen Getränkehandel, eine Wäscherei mit Heissmangel. Nach der Gemeindreform wurde Dingelbe in die Gesamtgemeinde Schellerten eingegliedert. Dingelbe war,ist und bleibt eine wesentliche Bereicherung für die Gesamtgemeinde.


Bildausschnitt oben links: Hier an der Ecke Tweftje / Dr. Jasper Strasse - wir nannten es später als Kinder auch das Döhler Haus, weil dort der Elektriker Döhler wohnte und auch seinen Betrieb hatte - wohnte und arbeitete mein Opa, Franz Fröhlich, bis er in die Hauptstraße 73 umzog, wo ich dann auch aufwuchs. Die Zuckerfabrik oben rechts steht zwar noch, ist aber nicht mehr in Betrieb. An der Kirche hat sich nichts verändert. Die alte Schule in der Mitte steht heute auch noch. In den Räumen unten links der alten Schule bekam ich in den 50er Jahren Blockflöten Unterricht bei Frau Mathilde Wolpers. Mir wurden so die "Flötentöne" beigebracht. Die Total Ansicht auf den Westen von Dingelbe ist von der Holztrift  (Feldweg nach Schellerten) aus zu sehen. Durch Neubaugebiete in den 50er und 60er Jahren sieht diese heute wesentlich anders aus.



In diesem alten Haus (Foto ca. 1950) in Dingelbe b. Hildesheim (damals Hauptstr 73, heute Konrad-Adenauer-Str.) bin ich aufgewachsen. Zeitweise wohnten dort 4 miteinander verwandte Familien. Die Tankstelle wurde einige Jahre später entfernt und an anderer, geeigneterer Stelle wieder aufgebaut. Als Kind erinnere mich noch sehr gut daran, dass die britischen Soldaten in den 50er Jahren sehr oft Militärübungen durchführten. Das Tor mit dem Aral Schild rechts war dann offen und es stand ein Panzerspähwagen davor. Dahinter bauten die Soldaten eine kleine Feldküche auf und versorgten die ankommenden bzw. durchziehenden britischen Trupps mit einem kakaoähnlichen Getränk.   Ich durfte einmal etwas von dem nahrhaften Getränk  probieren. Es schmeckte wie wässeriger Kakao ohne Milch und nicht gesuesst. Kleinere "Geschäfte" der Soldaten wurden direkt am Misthaufen (Dunghaufen) hinter dem Tor erledigt. Einige Meter weiter hinter dem Tor war ein offener Schuppen. Darin standen 2 Seifenkisten, die meinem Cousin aus Farmsen gehörten. Wir spielten sehr oft "Rennfahrer" damit. Ebenfalls standen dort Kaninchenställe. Zur Fütterung sammelten wir Disteln. Das Haus steht heute nicht mehr. Es wurde im Jahr 1967 abgerissen.

   

1967 vor dem Abriss

 1967 nach dem Abriss



Hier ist die Lage des alten Hauses (Eigentümer Maxen) zwischen Fam. Günter(links)
und Bauer Maxen (rechts) zu sehen. Auf dem Vorplatz standen in den 50er Jahren zu Ostern und  Pfingsten immer eine Luftschaukel und eine Schiessbude von Musiolek. Ausserdem wurde in den 50er Jahren der Platz von der Deutschen Bundespost zum Umsteigen für die Fahrgäste benutzt. Werktags kamen abends um 19:45 jeweils ein Bus aus Hildesheim und einer aus Söhlde. Die Fahrgäste mussten dann umsteigen. Von Söhlde nach Hildesheim und umgekehrt. Gleichzeitig wurden die an den Bussen befindlichen kleinen Paketanhänger umgehängt. Um 20:00 war alles vorbei und die Reisenden konnten die Fahrt fortsetzen. Während der Umsteigezeit fanden sich kleine Gruppen zum "Klönschnack" zusammen.

  
Das linke Bild zeigt dasErdgeschoss. Zum Keller ging es 5 Stufen hinunter. Das Häuschen mit dem Herzchen war nur von aussen über den Hof zu erreichen. Der Stall war sowohl von innen als auch von aussen erreichbar. Den Brunnen teilten sich Fam. Günter und Fam. Handelmann/Fröhlich. Auf dem rechten Bild ist das Obergeschoss zu sehen. Die Treppe in der Mitte über dem Kinderzimmer führte hinauf zum Dachboden. Der Holzstall war nur von aussen über eine Leiter zugänglich.
 

1967 zogen wir zum Königsberger Ring in unsere eigenen 4 Wände. Nachdem meine Eltern und mein Zwillingsbruder verstorben sind, wurde das Haus zunächst vermietet und später noch vor der Euroeinführung verkauft. Ich selber war hier kaum anwesend.


Panoramablick auf Dingelbe vom Kapellenberg in Ottbergen aus gesehen am 30. Juni 2012